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Cabottes

Grosse Lagen, neuer Name.

Es kommt selten vor, dass im Burgund ein neues Weingut entsteht – und noch seltener eines dieser Grösse. Mit dem Vignoble des Cabottes ist genau das passiert: Artémis Domaines, die Weingruppe der Familien Pinault, zu der auch Château Latour und Clos de Tart gehören, hat die besten Lagen von Bouchard Père & Fils – einem Produzenten, den wir bereits im Sortiment führen – in ein eigenständiges Weingut überführt. Das sind 35 Hektar, darunter rund 10 Hektar Grand Cru und 22 Hektar Premier Cru. Der Jahrgang 2023 ist der erste unter dem neuen Namen. Für die Burgunder Weinszene ist das ein Paukenschlag – für uns eine grosse Freude: Ab Oktober dürfen wir Vignoble des Cabottes in unser Burgund-Sortiment aufnehmen. In diesem Blog möchten wir Ihnen bereits jetzt einen Einblick ins Weingut, seine Philosophie und seine Geschichte geben.

 

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Burgund

Die Heimat grosser Weine

Wer das Burgund kennt, weiss: Hier zählt jeder Meter. Im Osten Frankreichs haben Chardonnay und Pinot Noir ihre wahre Heimat gefunden, und kaum anderswo zeigen Reben so feinfühlig, was Boden, Klima und Handwerk bewirken können. Es geht hier nicht um Grösse, sondern um Tiefe – um Herkunft, Präzision und die Kunst, jedes Detail zu lesen. Das Burgund ist ein Mosaik aus winzigen Parzellen, den sogenannten Climats. Jede Lage hat ihre eigene Handschrift, und die Climats der Côte de Nuits und der Côte de Beaune gehören seit 2015 zum UNESCO-Welterbe. Kalk, Mergel und Ton wechseln auf engstem Raum, und das kühl-kontinentale Klima mit Spätfrösten und wechselhaften Sommern verlangt viel Fingerspitzengefühl. Genau das erzeugt die Spannung, die grosse Weine brauchen.

Jede Region zeigt ihr eigenes Gesicht: In Chablis sorgt der karge Kimmeridge-Kalk für kristallklare, fast salzige Chardonnays, in der Côte de Nuits reifen kraftvolle, tiefgründige Pinot Noirs. Die Côte de Beaune zeigt den Chardonnay von seiner vollen, cremigen Seite. Überhaupt ist das Burgund mehr Weiss- als Rotweinland. Diese Vielfalt spiegelt sich in der Qualitätspyramide: Mit 84 Appellationen stellt die Region fast ein Viertel aller AOC Frankreichs, von regionalen Appellationen über Village- und Premier-Cru-Lagen bis zu den 33 Grand Crus. Mehr über Klima und Terroir lesen Sie in unserem Blog «Burgund – die Heimat grosser Weine».

 

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Vignoble des Cabottes

Das Weingut.

Vignoble des Cabottes wurde 2025 gegründet und vereint Grand Crus in Puligny-Montrachet und am Corton sowie Premiers Crus in Beaune, Savigny-lès-Beaune, Meursault und Volnay. Der Schwerpunkt liegt auf den grossen Weissweinen und auf Lagenweinen, die den Charakter ihres Climats zeigen. Und fast jede Lage erzählt ihre eigene Geschichte.

Da ist zum Beispiel die Vigne de l'Enfant Jésus, das wohl berühmteste Climat von Beaune. 1638 soll die Karmelitin Marguerite du Saint-Sacrement die Geburt des späteren Sonnenkönigs Ludwig XIV. vorausgesagt haben. Zum Dank schenkte ihr das Königspaar eine Statuette des Jesuskindes – und 3,92 Hektar Reben in den Beaune «Grèves». Ab 1791 ging der Weinberg schrittweise an Bouchard über. Bis heute steht darin eine Cabotte mit einer Tafel, die die Statuette zeigt. Dazu kommen in Beaune zwei historische Monopollagen: der Clos Saint-Landry und der Clos de la Mousse. Der Clos de la Mousse wurde erstmals 1220 erwähnt und 1872 von Bouchard Stück für Stück wieder zusammengeführt.

Weiter südlich, am «Mont Chauve», dem kahlen Berg, liegen Montrachet und Chevalier-Montrachet. Im 13. Jahrhundert wurden sie den Zisterziensern geschenkt, und bis heute gelten sie als Inbegriff des burgundischen Chardonnays. Am Corton wiederum, wo Reben seit dem 2. Jahrhundert vor Christus belegt sind, liess Karl der Grosse der Legende nach Chardonnay pflanzen, damit der Wein seinen weissen Bart nicht mehr färbte – die Geburtsstunde des Corton-Charlemagne.

Der Name des Weinguts erinnert an die Cabottes, die kleinen Trockensteinhütten, die den Winzern in der Côte d'Or Schutz boten. Zugleich verweist er auf den Chevalier-Montrachet «La Cabotte». Diese Cuvée stammt seit 1997 aus einer nur 0,21 Hektar kleinen Parzelle an der Nahtstelle zum Montrachet. Stammkunden werden viele dieser Lagen wiedererkennen: Bisher trugen sie das Etikett von Bouchard, ab dem Jahrgang 2023 tragen sie den Namen Cabottes. Ab dem Jahrgang 2028 entstehen die Weine in einer neuen Kellerei beim Château de Puligny-Montrachet, am Fusse des Mont Chauve.

 

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Vignoble des Cabottes

Philosophie

Die Philosophie von Cabottes lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Respekt. Das beginnt beim Respekt vor der Geschichte. Das Team versteht sich als Hüter jahrhundertealter Terroirs, pflegt Trockenmauern und Cabottes und will den Charakter jeder Lage unverfälscht zeigen.

Dazu kommt der Respekt vor der Natur. Die Reben werden biologisch und mit biodynamischen Methoden bewirtschaftet. Bäume im Rebberg, Vogel- und Fledermauskästen und Begrünung fördern die Artenvielfalt. Mit der Massenselektion eigener Reben wächst die genetische Vielfalt – auch als Antwort auf den Klimawandel.

Und schliesslich der Respekt vor den Menschen. «Früher hatten wir keine Zeit», sagt Frédéric Weber, der die Weine seit über zwanzig Jahren verantwortet. Heute kümmert sich eine Person um rund anderthalb Hektar Reben – früher waren es drei bis dreieinhalb. Im Keller wird jede Mikroparzelle separat vinifiziert, und die Weine reifen länger im Fass und im Keller, bevor sie in den Verkauf gelangen. Dazu kommt ein klares Bekenntnis zur Region, von der Ausbildung des Nachwuchses bis zur Zusammenarbeit mit lokalen Handwerkern. Das Ziel: Weine, die berühren.

 

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VIGNOBLE DES CABOTTES

Im Gespräch mit Victor Goichon.

Welche Ziele verfolgt Vignoble des Cabottes, und was prägt die Identität des neuen Weinguts? Wir haben bei Victor Goichon nachgefragt. Im Interview erzählt er, weshalb ein eigenständiges Weingut gegründet wurde, welche Rolle die Menschen und die Arbeit im Rebberg spielen und welche Crus für Cabottes stehen. Auch die Zusammenarbeit mit von Salis und die Präsenz in der Bündner Gastronomie und Hotellerie kommen zur Sprache.

 

Photo Victor Goichon Cabottes Von Salis Wein (1)

 

1. Welche Ziele verfolgt Vignoble des Cabottes?

Vignoble des Cabottes verfügt über einige der schönsten Weinbergslagen der Côte de Beaune. Sie reichen von den Grands Crus in Puligny-Montrachet wie Chevalier-Montrachet und Montrachet über die bedeutenden Terroirs von Meursault, Volnay, Beaune und Savigny bis zum Corton-Hügel. Langfristig möchten wir zu den prägenden Weingütern der Côte de Beaune gehören. Die strategischen Entscheidungen von Artémis Domaines schaffen dafür die Voraussetzungen. Uns ist jedoch bewusst, dass eine solche Anerkennung Zeit braucht.

2. Was macht die Seele dieses neuen Weinguts aus?

Vignoble des Cabottes baut auf Frédéric Webers zwanzigjähriger Erfahrung in der Beobachtung der Terroirs und einer reichen, fast 300-jährigen, ununterbrochenen Geschichte auf. Vor allem aber sind es die Menschen, die sich mit grossem Engagement für das Weingut einsetzen. Ein grosser Teil unseres Teams arbeitet direkt in den Rebbergen. Dazu gehören die beiden Co-CEOs Frédéric Weber und Victor Pépin, der stellvertretende technische Direktor Julien Arnaud sowie der Leiter des Weinbaus Walter Dausse.

Der Name «Cabottes» hat für uns eine symbolische Bedeutung. Er bezeichnet die kleinen Steinhäuschen, die traditionell in den burgundischen Rebbergen stehen und den Winzern als Unterstand dienten. Wir haben das Glück, mehrere davon zu besitzen, und restaurieren sie mit grösster Sorgfalt.

Im Mittelpunkt stehen unsere Reben und ihre Umgebung. Dabei betrachten wir den Rebberg als lebendiges Ökosystem. Wir arbeiten biologisch, mit einer Zertifizierung ab dem Jahrgang 2024, und biodynamisch, wobei die entsprechende Zertifizierung noch läuft. Wir setzen auf Begrünung, einen Rebschnitt, der die natürlichen Saftströme respektiert, und eine gezielte Ertragsregulierung. Hinzu kommen umfangreiche Pflanzungen von Bäumen und Hecken. Unsere Mitarbeitenden sind stolz auf das, was sie täglich leisten.

3. Warum habt ihr ein neues Weingut gegründet, statt Bouchard weiterzuentwickeln?

Weil bestimmte Terroirs mehr Zeit und Aufmerksamkeit verdienen, damit ihre Identität voll zum Ausdruck kommt.

Auch Bouchard entwickelt sich weiter und führt seine Tätigkeit fort, selbstverständlich mit einem eigenen Team und einer eigenen technischen Leitung. Eine der grössten Veränderungen war die Einstellung des Handelshausesgeschäfts, also des Zukaufs von Trauben, Most und Wein. Gleichzeitig wurden die Mengen deutlich reduziert, um sich auf ausgewählte Terroirs zu konzentrieren.

Heute konzentrieren sich beide Weingüter auf einen kleineren Kreis von Lagen. Die überschaubaren Teams ermöglichen es, sich noch intensiver mit den Terroirs und Weinen auseinanderzusetzen.

Die künftige Kellerei von Vignoble des Cabottes befindet sich in Puligny-Montrachet und wird in Kürze in Betrieb genommen.

4. Welche Crus sind für Cabottes besonders charakteristisch?

Diese Frage ist schwer zu beantworten! Alle Weine des Weinguts wurden nach langjähriger Beobachtung und unzähligen Degustationen sorgfältig ausgewählt. Dennoch würde ich sagen, dass unser Beaune Grèves Vigne de l’Enfant Jésus sowohl für die Identität als auch für die Geschichte des Weinguts steht. Unsere Weine Corton Le Corton und Corton-Charlemagne besitzen ebenfalls ganz eigene Merkmale, die sie innerhalb ihrer jeweiligen Appellation auszeichnen. Dazu kommen selbstverständlich die Weine aus Puligny-Montrachet, wo das neue Weingut seinen Sitz haben wird.

5. Welche Ziele verfolgst du mit von Salis?

Wir kannten von Salis bereits und pflegen eine sehr gute Beziehung. Deshalb war es für uns naheliegend, die Zusammenarbeit auszubauen. Uns liegt viel daran, in der regionalen Gastronomie und Hotellerie präsent zu sein, die gerade im Kanton Graubünden ein sehr hohes Niveau aufweisen. Ebenso wichtig ist uns die Präsenz in der neuen von Salis Vinothek. Ich bin überzeugt, dass das Team die Geschichte unserer Weine mit viel Leidenschaft vermitteln wird.

Burgund-Sortiment

Mit viel Stolz dürfen wir mit Cabottes unser bereits grosses Sortiment an Produzenten aus dem Burgund erweitern.

 

 

Bouchard Père & Fils
Den Anfang macht das Haus, aus dem Cabottes hervorgegangen ist. Bouchard Père & Fils wurde 1731 gegründet und erwarb 1820 das Château de Beaune, eine königliche Festung aus dem 15. Jahrhundert. Seit 2022 gehört das Haus zu Artémis Domaines. Seither hat Bouchard das Handelsgeschäft aufgegeben und verarbeitet ausschliesslich Trauben aus eigenen Rebbergen – rund 60 Hektar, vor allem in Beaune, Volnay, Monthelie, Pommard und Meursault. Der Jahrgang 2025 ist der erste mit Bio-Zertifizierung. Ein Schatz besonderer Art ruht in den Kellern des Château de Beaune: eine Bibliothek alter Jahrgänge, deren älteste Flasche ein Meursault Charmes von 1846 ist. Daraus gibt Bouchard ausgewählte, geprüfte und neu verkorkte Jahrgänge frei – aktuell 2016 und 2006.

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Domaine Parent
Weiter gehts nach Pommard. Die Domaine Parent wurde 1803 gegründet, doch schon 1787 pflegte Etienne Parent Kontakte zu Thomas Jefferson, dem späteren Präsidenten der USA. Ab 1998 führten die Schwestern Anne und Catherine das Gut – als erste Frauen in der Familiengeschichte. Nach Annes letzter Ernte 2025 übernimmt mit Catherines Tochter Constance die 13. Generation. Die rund 10 Hektar sind bio-zertifiziert und werden nach biodynamischen Prinzipien gepflegt, teils mit dem Pferd. Das Herz bilden Pommard und seine Premiers Crus, ergänzt durch Lagen bis zum Corton – ein Potpourri an Einzellagen, die jede für sich vinifiziert werden.

 

Les Héritiers Saint-Genys
Etwas weiter südlich wird es vielseitig. 2010 übernahm der ehemalige Gastronom Patrice du Jeu ein vernachlässigtes Gut von 12 Hektar und baute es von Grund auf neu auf. Von Chassagne-Montrachet aus bewirtschaftet er Parzellen bis Santenay, in der Côte Chalonnaise mit der Monopollage Clos Marcilly in Mercurey – und sogar im angrenzenden Beaujolais. Wie gut das gelingt, zeigt der Morgon Aux Charmes 2023 mit 97 Punkten von James Suckling.

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Nun hoffen wir, Sie teilen unsere Vorfreude auf dieses neue Kapitel im Burgund. Bei Fragen zu Cabottes und unseren weiteren Burgundern sind wir gerne persönlich für Sie da und freuen uns auf Ihren Besuch in unserer Vinothek in Maienfeld.

Bis bald und Viva!

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