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Wir blicken zurück auf ein spannendes Rebjahr – viel Spass mit dem von Salis Lesebericht 2018.

«So früh wie noch nie! Rekordjahr! Jahrhundertjahrgang!» Das und ähnliches konnte man in den letzten Wochen immer wieder vernehmen. Die Weinernte 2018 ist abgeschlossen und wir können erneut auf ein spannendes Rebjahr zurückblicken.

Wir hatten einen niederschlagsarmen Winter. Allerdings kamen Anfang März noch einmal richtig tiefe Temperaturen mit zweistelligen Minusgraden. Somit rechneten die meisten Winzer mit einem späteren Austrieb. Doch weit gefehlt. Die Reben trieben zeitig aus und auch die Blüte liess nicht lange auf sich warten. Alles in allem waren wir zu diesem Zeitpunkt, also Mitte Juni schon gut zwei Wochen im Voraus.

Insgesamt war es ein sehr trockenes Jahr mit einigen wirklich heissen Phasen. Es regnete ab Mai extrem wenig, was einerseits dem Pflanzenschutz zu Gute kam, es bestand weniger Gefahr durch Pilzinfektionen. Jedoch haben die Jungreben immer mehr damit zu kämpfen gehabt, dass es so wenig regnete. Wohingegen die älteren Reben, die auch schon beträchtlich tiefer wurzeln, sehr gut mit dieser Trockenheit umgehen konnten. Oft wurden dann auch die Jungparzellen künstlich bewässert.

Ende Juli war dann auch schon der Farbumschlag voll im Gange, das Zeichen, dass es der Reife und somit der Lese entgegen geht. Auch dies zwei bis drei Wochen früher als im Jahresdurchschnitt.

Und Anfang September war es dann soweit. Die Lese fing an mit Riesling-Silvaner. Ein Traum! Trauben, gesund und schön, wie gemalt. An vielen Orten musste man einfach nur abschneiden.

Zwei Wochen später folgte die Hauptlese mit Pinot Noir. Auch hier wurden in den Parzellen, in denen man früh genug den richtigen Ertrag eingestellt hatte, wunderschöne Trauben gelesen.

Insgesamt ist zu sagen, dass wir dieses Jahr so früh, wie noch nie geerntet haben und auch die Menge wieder einmal zufriedenstellend ist.

Die Jungweine zeigen sich vielversprechend. Die Weissen haben Struktur und viel Frucht.

Die Pinot‘s sind kräftig, tief in der Farbe und mit viel Gerbstoff ausgestattet. Das deutet auf einen Jahrgang hin, dem ein langes Leben beschieden ist. Und sicher wird es ein aussergewöhnlicher Jahrgang für Pinot Noir.

Ob es schlussendlich für einen «Jahrhundertjahrgang» ausreicht, darüber sollten wir uns in gut achtzig Jahren wieder unterhalten.